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Frieden feministisch neu denken – demokratische Gesellschaften stärken

6. November

Wir leben in einer Welt der Kriege, Krisen und Katastrophen. Die patriarchal-binären Ordnungen der Entrechtungen, Gewalt, Naturvernichtung, Femizide, Autoritarisierung werden zunehmend extremer in ihren Ausprägungen. Aus dekolonial-feministischer und jineologischer Perspektive wird dem eine konsequente Orientierung auf Frieden und das freie, gute und demokratische Leben entgegengestellt. Frieden wird dabei als umfassender gesellschaftlicher Prozess verstanden, der mit Demokratisierung, Geschlechtergerechtigkeit und epistemischer wie rechtlicher Gerechtigkeit untrennbar verbunden ist. Die Erfahrungen von Frauen* mit Krieg, Vertreibung, Armut, kolonialer und patriarchaler Gewalt sind vielfältig und tiefgreifend. Ebenso vielfältig sind ihre Beiträge zur Friedensarbeit. In vielen traditionellen Friedensprozessen werden Frauen* noch immer vorwiegend als passive Opfer oder lediglich als Betroffene von Krieg und Gewalt wahrgenommen. Diese Reduzierung verhindert, dass ihre Perspektiven in der Gestaltung von Friedensprozessen ernsthaft berücksichtigt werden. Doch gerade aufgrund ihrer vielschichtigen Erfahrungen fordern Frauen* – insbesondere aus dekolonialen Kontexten – zunehmend und mit Nachdruck ihre gleichberechtigte Beteiligung an Friedensprozessen ein. Ihr Wissen, ihre Organisierung und ihre Perspektiven sind unerlässlich, um Frieden als eine soziale Praxis zu denken, die sich gegen strukturelle, kulturelle und epistemische Gewalt richtet. Die Jineolojî als Wissenschaft der Frauen, des Lebens und der Gesellschaft bekommt derzeit eine zunehmende Bedeutung mit dem Dialogprozess in der Türkei und insbesondere dem Friedensapell von Abdullah Öcalan vom 27. Februar 2025. Der kurdischen Frauenbewegung kommt aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung eine zentrale Rolle in dem Prozess zu, denn die Veränderung der patriarchalen Durchdringung aller gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und persönlichen Verhältnisse wird als grundlegend für einen Frieden mit Würde und Gerechtigkeit betrachtet.Die kommende vierte Tagung in der Reihe „Gender Studies meets Jineolojî“ wird den Frieden fokussieren und feministische Kriegs- und Militarismuskritik sowie Friedenskonzepte und -praktiken von Frauen* mit den Perspektiven, Analysen und Erfahrungen der Jineolojî in Austausch bringen.

Es wird um Anmeldung bis zum 31.10.2026 via info@kurd-akad.com gebeten. Der Zoom-Link wird nach Ende der Anmeldefrist per Email zugeschickt.