Eine neue Sprachsoziologie für eine neue Gesellschaft? Zur Revitalisierung der Sprachsoziologie
22. Februar 2027 - 23. Februar 2027
Sprache ist Mittel, um gesellschaftliche Ordnungen und Zusammenhänge zu re-produzieren und sie soziologisch zu untersuchen. Sie ist Medium der Identitätsbildung von Individuen und Kollektiven und damit nicht nur linguistischer Analysegegenstand. Durch Sprache zeigen sich Zugehörigkeiten, werden (implizite oder explizite) Motive zugeschrieben und Agency markiert. Über Sprache wird zudem die soziale Welt geordnet und sortiert, Denkbares wie Sagbares über Benennungen und Kategorisierungen, interaktive und diskursive Aushandlungen in Relation gesetzt. Diese Bedeutung von Sprache für soziologische Fragestellungen wurde im Zuge des linguistic turn weitreichend hervorgehoben (etwa Fishman 1972; Schütze 1975; Luckmann 1975, 1983; Knoblauch 2003; Schäfer 2011). Für die gegenwärtige Soziologie allerdings lässt sich diese Bedeutung von Sprache nicht mehr attestieren. Vielmehr scheinen Fragen nach, über und zu Sprache vor allem in den Nachbardisziplinen wie Linguistik und Literaturwissenschaft verhandelt zu werden.
Willkommen sind Beitragsvorschläge aus der Soziologie, Literaturwissenschaft, Sozial- und Kulturanthropologie, Linguistik und angrenzenden Disziplinen, die sich dem Verhältnis von sozialer Ordnung und Sprache widmen. Wir freuen uns besonders über empirische Beiträge, gerne auch aus laufenden Forschungsprojekten. Für Beitragsvorschläge bitten wir um ein Abstract (ca. 500 Wörter) des Vorhabens bis zum 15.11.2026 an sarah.boysen(at)uni-due.de und hannes.kraemer(at)uni-leipzig.de.

