Doch nicht so gleich? Soziale Ungleichheit und das normative Ideal der Gleichheit
14. September - 16. September
Das Forum Sozialethik 2026 zielt darauf, die Frage(n) sozialer Ungleichheit möglichst breit, interdisziplinär und multiperspektivisch zu betrachten. Beiträge können sich u. a. auf folgende Aspekte beziehen:
Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit: Welche Formen sozialer Ungleichheit lassen sich unterscheiden (z.B. anhand von ökonomischem, kulturellem, sozialem und symbolischem Kapital[6])? Wie gestalten sich konkrete Ungleichverteilungen in der Sozialstruktur gegenwärtiger Gesellschaften? Welche Aussagen lassen sich diesbezüglich in globaler Hinsicht treffen? Wie lassen sich verschiedene Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit bewerten?
Faktoren und Mechanismen von sozialen Positionszuweisungen: Welche Faktoren (Gender, Religion, regionale Angebundenheit etc.) spielen für die Position von Gruppen und Individuen eine Rolle, die sie innerhalb eines ungleichen Gefüges einnehmen? Durch welche sozialen Mechanismen wird diese positionelle Zuweisung bewirkt (z.B. Migrantisierung)? Wie verbinden sich verschiedene dieser Mechanismen und Faktoren (Intersektionalität)?
Folgen sozialer Ungleichheit: Welche negativen Folgen haben ungleiche Verhältnisse für Individuen und Gruppen (Krankheitsbelastung, Prekarisierung, Auswirkungen der Klimakrise etc.)? Inwiefern können diese Folgen im Zusammenhang mit funktionalen Gewinnen für andere Gruppen, Klassen oder Gesellschaften gesehen werden (z.B. Wohlstandsakkumulation)? Welche Zusammenhänge können zwischen Ungleichheit und politischen Phänomenen wie Protesten, Wahlbeteiligung oder dem rechtspopulistischen Aufstieg gefunden werden?
Politische Bearbeitung sozialer Ungleichheit: Welche Rolle spielen Ungleichheitsphänomene in politischen Debatten und politikstrategischen Ausrichtungen? Wie werden bestehende Ungleichheiten überhaupt politisch relevant? Unter Rückgriff auf welche anderen Vorstellungen werden ungleiche Verhältnisse gerechtfertigt (z.B. meritokratische Ideale oder Naturalisierungen)? Welche diskursiven Verschiebungen lassen sich durch die aufkommenden rechtspopulistischen Strömungen beobachten?
Theoretische Reflexionen des normativen Ideals von Gleichheit: Kann es gerechte Formen sozialer Ungleichheit geben? Welche Kriterien lassen sich für eine solche Unterscheidung finden? Ist die moderne Norm der Gleichheit rein formal artikulierbar oder verbindet sie sich notwendigerweise auch mit materialen Ansprüchen? Wie verhält sie sich zu anderen (spät-)modernen Normen wie Diversität? Gibt es Formen von Ungleichheit, die nicht sozial bedingt sind? Besitzen diese normative Relevanz?

