Zwei Menschen sitzen sich auf einer Waage gegenüber.
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Grundsätze für den Einsatz von KI

Während es im privaten Leben für einige bereits zur Gewohnheit geworden ist, mithilfe von KI Probleme zu lösen, gestaltet sich die Beantwortung der Frage, ob KI als Hilfsmittel im wissenschaftlichen Feld legitim ist, etwas schwieriger.

Eine erste Antwort wurde durch die Praxis bereits gegeben: KI wird auch in der Wissenschaft häufig genutzt, nicht nur von Studierenden. Die Frage muss also umformuliert werden. Nicht der Einsatz von KI steht nunmehr infrage, sondern vielmehr der Umfang.

An den meisten Universitäten darf KI für das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit benutzt werden, aber eben nur unter bestimmten Voraussetzungen:

Transparenz

Nutzende sollten offenlegen, ob und in welchem Umfang sie mit KI gearbeitet haben. So könnten Absätze, die mithilfe von KI erzeugt wurden, als solche kenntlich gemacht werden, etwa durch die Angabe Name der KI, Nennung des Prompts, Datum. Das Ganze könnte dann in etwa so aussehen: Chat-GPT, Wie viele Kapitalsorten nennt Pierre Bourdieu?, 23.01.2024. Erst dadurch wird ersichtlich, in welchem Umfang KI an der Entstehung beteiligt war.

Eigenleistung

Wissenschaftliches Arbeiten ist ein Handwerk, das erlernt werden muss. Es muss eingeübt werden und wird mit der Zeit immer weniger fehleranfällig. Wissen wird nicht angeeignet, indem KI die Texte zusammenfasst und Hausarbeiten schreibt. KI kann nicht für dich Wissen sammeln und Erfahrungen machen. Selbst recherchierte Informationen bleiben eher im Gedächtnis haften als generierte Zusammenfassungen von KI.  

Texthoheit

KI kann durchaus als Sparringspartner hilfreich sein, etwa bei der Themenfindung oder bei der Erstellung von Literaturverzeichnissen oder Quellenübersichten. Als Sparringspartner dient KI dann lediglich dazu, Anregungen zu geben. Die eigentliche Arbeit – das Prüfen von Informationen und Argumentieren – sollte noch immer durch einen Menschen erfolgen. Lass dich gerne von KI inspirieren, aber lass dir nichts generieren.

Der Unterschied zwischen einem KI-generierten und einem KI-inspirierten Text besteht darin, dass der KI-generierte Text eins zu eins die KI zitiert. Es ist also gar keine Eigenleistung nachzuweisen und auch die Texthoheit liegt bei KI. Der KI-inspirierte Text benutzt KI nur als Ideengeber.

Inwiefern diese Art Verhaltenskodex geprüft werden kann, ist fraglich, denn mit KI produzierte Texte sind semantisch und grammatikalisch einwandfrei formuliert. Daher fällt es selbst geübten Lesenden schwer, herauszufinden, ob der Text von KI stammt oder nicht.

Aktuell können KI-Texte noch anhand einiger weniger Merkmale demaskiert werden. In Zukunft aber werden die Nutzenden immer besser darin, KI so zu prompten, dass die Texte nicht mehr so generisch erscheinen.

Dann wird es umso wichtiger, Texte einer Kohärenzprüfung zu unterziehen, vor allem im wissenschaftlichen Kontext. Wenn Menschen nämlich KI in einem Feld benutzen, auf dem sie selbst nicht Expert:in sind, fällt es ihnen schwer, herauszufinden, ob das, was KI als absolute Antwort präsentiert, wahr und vollständig ist.

Fazit

KI kann dich bei deiner Arbeit unterstützen. KI sollte möglichst nur on top zum Einsatz kommen, also nur zusätzlich zu deiner Eigenleistung. KI sollte niemals vollständig wissenschaftliches Denken, Arbeiten und Schreiben ersetzen. KI neigt zu Halluzinationen. KI muss in jedem Fall durch einen Menschen geprüft werden. Insofern ist es fraglich, ob KI wirklich deine Effizienz steigert.