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Alternativen zu Microsoft & Co.

Funktioniert Windows 11 auf meinem PC? | Vorteile von Open-Source-Software | Wechsel des Betriebssystems | Alternative Schreibsoftware | Kompatibilitätsprobleme

Windows 10 läuft aus

Der Support für Windows 10 läuft im Oktober 2025 aus. Ab 2025 wird nur noch Windows 11 unterstützt. Das bedeutet, es bekommt regelmäßig Updates und Sicherheitslücken werden gefixt. Das Update auf Windows 11 ist kostenlos, funktioniert aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Funktioniert Windows 11 auf meinem PC?

Prüfe jetzt, ob dein Computer auf Windows 11 updaten kann, indem du dir die App »PC-Integritätsprüfung« herunterlädst. Führe den Eignungstest durch.

Ja, du willst das Update und dein Computer erfüllt die Vor­aussetzungen.
Dann hast du keine Probleme. Installiere Windows 11 und mach weiter wie bisher.
Nein, du willst das Update nicht oder dein Computer erfüllt nicht die Voraussetzungen.

Denke über Alternativen nach.
Kauf dir einen neuen Computer (Windows 11 oder macOS).

Sicherheitsbedenken

Standardmäßig werden die neuen Windows-Programme mit KI-gesteuerten Funktionen ausgestattet sein. Schon jetzt gibt es Bedenken, dass US-Techkonzerne wie Google oder Apple auf diese Weise Daten sammeln (rdn.de). Als Nutzer:in verlierst du mit dem Update also noch mehr den Überblick darüber, wer deine Daten einsehen, speichern und verwenden kann.

Zwar sollen mit dem Pflicht-Update Sicherheitslücken geschlossen werden, allerdings werden immer wieder Schwachstellen gefunden, die angeblich bereits gefixt waren. So wurde im Dezember 2024 auf dem Chaos Communication Congress auf eine bereits als geschlossen gemeldete Sicherheitslücke aufmerksam gemacht (heise.de).

Daher scheint ein Wechsel zu Software angezeigt, die open source ist, also im weitesten Sinne nicht kommerziell und reaktionsschnell. Mit dem Open-Source-Label wird

»Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Open-Source-Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kostenfrei genutzt und verteilt werden. Software kann sowohl von Einzelpersonen aus altruistischen Motiven zu Open-Source-Software gemacht werden als auch von Organisationen oder Unternehmen, um Entwicklungskosten zu teilen oder Marktanteile zu gewinnen.« (wikipedia.org)

Vorteile von Open-Source-Software

kostenlos: Es fallen meist keine Lizenzgebühren an. Dies kann insbesondere für kleine Unternehmen und Einzelpersonen von Vorteil sein.

transparent: Der Code ist öffentlich einsehbar. Sicherheitslücken und Fehler können leichter identifiziert und behoben werden.

communitybasiert: Hilfestellung gibt es in Foren, also im direkten Austausch mit der Community.

sicher: Viele Entwickler:innen arbeiten an Sicherheitsproblemen. Sicherheitslücken werden so schneller entdeckt und geschlossen.

unabhängig: Nutzer:innen sind nicht auf den guten Willen eines profitorientierten Unternehmens (Microsoft, Apple etc.) angewiesen.

Wechsel des Betriebssystems

Eine Alternative zum Neukauf eines Win­dows-PCs ist der Wechsel auf ein anderes Betriebssystem. Du kannst entweder deinen ›alten‹ PC mit Linux weiter benutzen oder aber dir einen neuen Apple-PC kaufen. Erstere Variante ist mit weniger Kosten verbunden. Letztere würde bedeuten, dass du weiterhin von einem US-Konzern abhängig bist.

Meist musst du dich lediglich an etwas neue Arbeitsabläufe wie Tastaturkürzel oder Funktionsnamen gewöhnen. Bei den meisten Programmen ändert sich aber nicht sehr viel. Die Programme sehen fast genauso aus, wie du es von Microsoft Word gewohnt bist.

Was aber kommt auf dich zu, wenn du das Betriebssystem oder die Schreibsoftware wechseln würdest?

macOS

Anstelle eines neuen Windows-Rechners kannst du auch einen Apple-Computer kaufen. Dieser funktioniert mit dem Betriebssystem macOS und damit etwas anders als Windows. Du müsstest dich also umgewöhnen.

Auf dem Mac scheint Microsoft Word etwas stabiler zu laufen als auf einem Windows-Betriebssystem. So zumindest meine Erfahrung. Genau wie Windows harmoniert macOS also nicht besonders gut mit Microsoft Word. Andere Schreibprogramme scheinen besser zu laufen, haben aber das Problem der Kompatibilität.

Microsoft Word auf macOS

Mit dieser Variante gibt es am wenigsten Probleme. Du kannst alle weiter unten vorgestellten Schreibprogramme auf dem Mac installieren. Und auch der Duden Korrektor funktioniert auf dem Mac.

Linux

Damit du deinen ›alten‹ Computer weiter benutzen kannst, könntest du zum Linux-Betriebssystem wechseln. Linux ist eine gut erprobte Alternative zu Windows. Es handelt sich um ein Open-Source-Betriebssystem. Das bedeutet, dass der Quellcode für alle zugänglich ist. Benutzende können den Code einsehen, ändern und anpassen.

Linux funktioniert ähnlich wie andere Betriebssysteme. Es ist aber modular aufgebaut. Das bedeutet, dass Nutzende etwa die Benutzeroberfläche nach den eigenen Anforderungen anpassen können.

Bevor du loslegen kannst, musst du dich für eine Linux-Distribution entscheiden. Für Umsteigende von Windows und absolute Anfänger:innen empfiehlt sich eine Distribution, die von möglichst vielen Menschen weltweit genutzt wird. So ist sichergestellt, dass es regelmäßig Updates gibt und du bei Fragen oder Problemen schnell Antwort von der Community erhältst. Eine der bekanntesten ist Ubuntu.

Es gibt aber auch noch andere Distributionen, etwa Linux Mint, Zorin OS oder Fedora. Die ersten beiden eignen sich für Umsteigende, weil sie eine benutzerfreundliche Oberfläche bieten, die der von Windows ähnelt. Alle drei genannten Distributionen haben eine große Community und stellen verschiedene Softwarepakete zur Verfügung.

Es ist ratsam, vor der Installation eine Live-Version der gewünschten Distribution auszuprobieren, um die Kompatibilität mit deiner Hardware zu überprüfen.

Microsoft Word auf Linux

Du kannst Microsoft Word auf einem Linux-Betriebssystem ausführen, allerdings nicht direkt, da Word nicht nativ für Linux verfügbar ist. Hier sind einige Möglichkeiten, wie du Word auf Linux nutzen kannst:

Wine ist eine Kompatibilitätsschicht, die es ermöglicht, Windows-Anwendungen auf Linux auszuführen. Du kannst Microsoft Word installieren und ausführen, indem du Wine verwendest. Die Installation kann jedoch je nach Version von Word variieren.

Virtuelle Maschinen: Du kannst eine virtuelle Maschine (z. B. mit VirtualBox oder VMware) einrichten und Windows darauf installieren. Anschließend kannst du Microsoft Word in dieser Windows-Umgebung verwenden.

Microsoft Office Online ist die webbasierte Version von Microsoft Office. Sie macht Word über einen Webbrowser verfügbar. Dies erfordert lediglich einen Internetzugang und ein Microsoft-Konto.

Alternative Schreibsoftware

Es gibt auch einige Alternativen zu Microsoft Word, die sowohl auf Windows und mac­OS als auch auf Linux laufen, etwa LibreOffice oder OnlyOffice. In der folgenden Auflistung habe ich einige Alternativen aufgelistet, ergänzt um FreeOffice. Eine Liste mit weiteren Alternativen findest du z. B. auf netzwelt.de.

Die Programme bieten viele ähnliche Funktionen und sind oft kostenlos. Der Duden Korrektor ist in den meisten dieser Programme nutzbar. Sie können lokal auf deinem PC installiert werden.

Außerdem gibt es noch Online-Programme wie Papyrus Autor oder Scrivener. Sie funktionieren teilweise nur mit Internetverbindung und die Daten werden meist in einer Cloud gespeichert. Viele Selfpublisher:innen nutzen diese Programme zur Plot- oder Charakter-Entwicklung.

LibreOffice

LibreOffice ist aus OpenOffice hervorgegangen und hat viele Entwickler:innen mitgenommen. Dadurch werden Sicherheitslücken schnell geschossen und die Produkte regel­mäßig weiterentwickelt. Das Programm läuft auf Windows, macOS und Linux.

Heise bewertet die Einarbeitung in das Programm als sehr aufwendig (heise.org). Bei Problemen kannst du aber jederzeit das Forum befragen. Dort gibt es meist innerhalb von ein paar Stunden die passende Antwort. Den Duden Korrektor gibt es auch für LibreOffice.

  • kostenlos
  • Windows, macOS und Linux
  • Duden Korrektor
  • ohne KI

Das Programm wird im Wissenschaftsbereich tendenziell öfter genutzt. Daher kann es gerade für Autor:innen von Fachtexten oder Studierende interessant sein.

FreeOffice

Das 1987 in Deutschland gegründete Unternehmen bietet verschiedene Programme an, mit denen der Büroalltag bewältigt werden kann. Darunter auch ein Schreibprogramm oder einen PDF-Editor. Laut eigenen Angaben

»schützt SoftMaker Office NX Ihre persönlichen Daten und respektiert Ihre Privatsphäre.« (softmaker.de)

Es gibt sowohl eine kostenlose als auch eine Bezahlversion. Letztere ist sinnvoll, weil die für das Lektorat wichtigen Funktionen wie der Korrekturmodus erst dann genutzt werden können. Duden Korrektor wird ebenfalls unterstützt.

  • Kosten: 130 € einmalig, etwa 60 € jährlich für Updates
  • Windows, macOS und Linux
  • Duden Korrektor
  • ChatGPT und DeepL

OpenOffice

OpenOffice war vor der Abspaltung von LibreOffice der Marktführer von Open-Source-Software für die Büroarbeit. Der Duden Korrektor kann zwar integriert werden, wurde aber seit 2009 nicht mehr weiterentwickelt (openoffice.org).

  • kostenlos
  • Windows, macOS und Linux

Während auf Wikipedia steht, dass die Apache Software Foundation »den Sicherheitsstatus von OpenOffice als ›gelb‹ ein[stuft]« (wikipedia.org), meldet das Sicherheitsteam am 2025-06-03:

»Several issues in OpenOffice are over 365 days old. They are not severe enough to warrant stopping distribution of OpenOffice« (apache.org).

Es hat also ein wenig Geschmäckle, das Programm trotz der Sicherheitslücken zu benutzen. Es ist auch in anderen Bereichen »in der Entwicklung […] deutlich abgehängt.« (heise.org)

OnlyOffice

Die quelloffenen Anwendungen umfassen das komplette Office-Paket, also Texte, Tabellen oder Präsentationen. Es dient vor allem der Zusammenarbeit verschiedener Nutzender und dem Dateienaustausch.

  • kostenlos als Desktopversion, Serverversionen ab 149 € privat
  • Windows, macOS und Linux

Nachdem bekannt wurde, dass »a Russian company (Rk-Technology Jsc) or a Russian businessman (Lev Bannov) behind ONLYOFFICE« (TU Berlin 2023) steckt bzw. der größte Anteilseigner ist, hat die TU Berlin sich gegen die weitere Nutzung und für die Alternative Collabora Online entschieden.

Kompatibilitätsprobleme

Obwohl fast alle Anbieter garantieren, dass der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Programmen problemlos verlaufen soll, zeigt die Erfahrung vieler Anwender:innen, dass dem leider nicht immer so ist. (Für FreeOffice liegen keine Daten vor.)

»Eine hundertprozentige Kompatibilität [zu Microsoft Word] bietet keine der Alternativen, doch der Grad der Übereinstimmung ist insgesamt ziemlich hoch.« (heise.org)

Wenn du also mit anderen Autor:innen Texte hin- und herschicken möchtest, kann es passieren, dass nicht alle gespeicherten Einstellungen, etwa beim Wechseln von Microsoft Word in LibreOffice, erhalten bleiben.

Die häufigsten Übertragungsfehler treten bei Formatierungseinstellungen auf (etwa bei Formatvorlagen), aber auch Daten- und Informationsverluste sind bekannt.

Hier findest du eine Sammlung der auftretenden Probleme. Sie sind nicht nach einzelnen Programmen unterschieden, weil sie sich je nach Betriebssystem unterscheiden können.

  • Kommentare sind teils nicht zu sehen.
  • Formatierungen wie Aufzählungen oder Überschriften sind verändert.
  • Umlaute werden nicht erkannt.
  • Schrifttypen sind verändert.
  • Inhaltsverzeichnis oder interne Links funktionieren nicht mehr.